Geologie der Sella

     
 

Sella - Blick von Westen auf den Piz Pordoi

 

Die schwarze Linie liegt auf einem Band, einer Verebnung. Verflachungen in einem Hangprofil bedeuten meist ein weicheres Gestein. In diesem Fall handelt es sich um die Raibler Schichten. In dieser Zeit hatte sich das Meer weitgehend zurückgezogen, so dass v.a. Tone und Sandsteine abgelagert wurde.

Der darauffolgende Anstieg (über der schwarzen Linie) ist der jüngere Hauptdolomit. Er zeigt an, dass das Meer das Land wieder überflutet hat. Er wurde nicht als Riff abgelagert, sondern als Wattsediment, welches an einer riesigen sehr flachen tropischen Küste abgelagert wurde. Der Hauptdolomit könnte gleich als Dolomit entstanden sein, im Gegensatz zum Cassianer Dolomit, der auf jedenfall zunächst als Kalk entstanden ist (s. grauer Kasten).

Darüber folgen kompliziert überschoben jüngere rötliche und weisse Kalke sowie graue Mergel die den Piz Boé bilden (oberhalb der roten Linie).

 

Wie ein aufgeschlagenes Buch zeigt die Sella eine für die Dolomiten typischen Abfolge an Gesteinen.

Der größte Teil des Sellamassivs wird vom Cassianer Dolomit (= Oberer Schlerndolomit) gebildet, der unterhalb der schwarzen Linie zu sehen ist. Es handelte sich zunächst um ein Kalkriff, welches durch Korallen und Schwämme aufgebaut war und später dolomitisiert wurde (s. grauer Kasten). Die Sella lag damals in einem tropischen Klima unter dem Meeresspiegel. Man erkennt dies u.a. an den tropischen Wassertieren – den Schwämmen und Korallen, die auch heute nur in den Tropen gedeihen.

Sella - Blick von Süden

 

Dolomit ist chemisch mit Kalk verwandt – die Hälfte der Kalzium-Ionen wurden durch Magnesium Ionen ausgetauscht. Dies kann sich während der Kalkschlammablagerung ereignen. Unter sehr heißen Bedingungen muss so rasch Wasser verdunsten, dass der leichter wasserlösliche Dolomit ausfallen kann (Bsp. Hauptdolomit). Der Dolomit kann auch nachträglich aus Kalk entstehen, wenn er von magnesiumreichen Wässern durchsickert wird. Wurden Riffe zeitweise über den Meeresspiegel gehoben, so konnte das versickernde Regenwasser den Kalk verändern (Bsp. Cassianer Dolomit).